Dem Himmel ganz nah sein

Blicken Sie jeden Tag mindestens ein Mal ganz bewusst in den Himmel. Lassen Sie seine Weite auf sich wirken, atmen Sie dabei tief und frei durch und spüren Sie die Erde unter Ihren Füßen. Genießen Sie das Gefühl von Freiheit, Endlosigkeit und Leichtigkeit und werfen Sie innerlich alles ab, was sie belastet und einengt. Lassen Sie Ihre Ängste und Sorgen mit den Wolken davonziehen.

Wann immer Sie sich von einer Aufgabe überfordert oder vom Stress überwältigt fühlen, sagen Sie laut „Stopp!“ zu sich selbst, gehen Sie ans Fenster oder hinaus ins Freie und blicken Sie zum Himmel hinauf. Schauen Sie nach oben, bis Ihre Augen auf „unendlich“ gestellt sind und Sie sich ruhiger fühlen und wieder klar denken können.

Falls Sie abends schlecht abschalten und einschlafen können,  gewöhnen Sie sich das Ritual eines kleinen Abendspaziergangs an und kommen Sie beim Anblick der Sterne zur Ruhe. 🙂

(Quelle: Simplify your life)

Nehmen Sie Einfluss auf die Umgebung

„Wenn unser Goldfisch krank ist, behandeln wir das Wasser und nicht den Fisch“, sagte eine Kollegin in einem ihrer Vorträge und führte dann aus, wie wichtig es ist, Einfluss auf die unmittelbare Umgebung zu nehmen – wo immer uns dies möglich ist: Wichtig für unser Befinden, wichtig für unsere Kreativität, letztlich auch wichtig für unseren Erfolg. Es gilt, sich ein Umfeld zu schaffen, das uns dabei unterstützt, gut gelaunt den Alltag zu meistern. Die gilt vor allem für die folgenden drei Bereiche

  • Ihre physische Umgebung

Sind Sie von anziehenden und attraktiven Dingen umgeben? Haben Sie eine schöne Aussicht oder zumindest ein schönes Bild an der Wand, das Sie gerne betrachten? Sie müssen keine Unsummen ausgeben, um Ihre Umgebung zu verschönern. Schon kleine Dinge wie Kerzen oder Blumen, Musik, die Sie lieben, Bilder, die Sie in eine optimistische, zuversichtliche Stimmung versetzen, Fotos ihrer Lieben können enorm viel bewirken.

  • Ihre emotionale Umgebung

Erhalten Sie die Art von Unterstützung, die Sie brauchen, von Ihrer Familie und Ihren Freunden? Es ist an Ihnen, auch offen zu sagen, was Sie brauchen und was Sie sich wünschen. Wenn Ihr Umfeld damit nicht dienen kann, finden Sie Personen, die Sie bei dem, was Ihnen wichtig ist, unterstützen. Sie können Ideen mit wohlmeinenden Anderen teilen, sie bei Problemlösungen befragen und Ihre Erfolge mit Ihnen feiern, oder manchmal einfach nur ihre Gegenwart oder schlichte Existenz genießen.

  • Ihre intellektuelle Umgebung

Der amerikanische Motivationstrainer und Autor Jim Rohn sagte einmal: „Manche füttern Ihren Kopf regelmäßig mit wertvoller Nahrung – andere nur mit Junk Food.“

Das macht einen Unterschied, und zwar keinen geringen. Wer seinen Geist überwiegend mit Shows, Soups, Serienschicksalen und Sensationsschnickschnack füttert, ist anders drauf als jemand, der wissbegierdig ist und Spaß daran hat, Neues dazuzulernen und auszuprobieren.

Betrachten Sie Ihre alltägliche Umgebung einmal unter diesen drei Aspekten und fragen Sie sich, was Sie glücklich macht und was im Gegensatz dazu eher nervt und stresst. Möglicherweise entscheiden Sie sich dann, das eine oder andere loszulassen und an den eigenen Gewohnheiten etwas zu verändern, um mehr Lebensfreude zu entfalten… 🙂

 

Stimmungen: das Hintergrundrauschen unserer Psyche

Wie jemand mit seinen Stimmungen umgeht, verrät viel über seine Persönlichkeit. Durchaus nicht jeder hat den Wunsch, so oft wie möglich gut drauf zu sein. Manche Menschen fühlen sich eher von düsteren Stimmungen angezogen.

Stimmungen sind das Hintergrundrauschen unserer Psyche. Sie drängen nicht ins Scheinwerferlicht des Erlebens wie ihre Verwandten, die Gefühle. Gefühle sind meist intensiv und klar. Sie tauchen ganz plötzlich auf, ausgelöst durch ein Ereignis, einen Anblick, einen Song, einen Gedanken. Sie beschäftigen uns eine Weile, aber meist verschwinden sie recht schnell wieder von der Bewusstseinsbühne. Stimmungen hingegen sind „neblig“ und undeutlich, aber dafür zäh und langlebig. Unmerklich ziehen sie ihre Färbung über alles, was wir erleben.

„Gefühle beziehen sich auf Ereignisse in der Umgebung, die nach einer Bewertung verlangen,“ so der amerikanische Stressforscher Richard S. Lazarus, „ein lauter Knall beispielsweise signalisiert Gefahr, entfesselt Angst und löst Flucht aus.“

Stimmungen hingegen weisen auf den existenziellen Zustand der Person hin: „Ich bin in depressiver Verfassung, weil mir in letzter Zeit nichts gelingen wollte, weil mich finanzielle Sorgen plagen, weil meine Gesundheit angeschlagen ist, weil…“ „Ich bin in zuversichtlicher Verfassung, weil ich Anerkennung und Wertschätzung erfahre, weil ich mich fit und tatkräftig fühle, weil ich mich über viele Dinge freuen kann, weil…“

Es scheint so, als ob sich unsere Stimmungen – anders als die Gefühle – einem direkten Einfluss entziehen und ihren eigenen Gesetzen gehorchen. Sie können für Stunden, Tage oder sogar Wochen anhalten und unser Erleben entsprechend einfärben. Irgendwann wandeln sie sich – von selbst, ohne bewusstes Zutun. Statt gegen eine Stimmungslage anzukämpfen hilft es, sie zu akzeptieren – im Wissen darum, dass sie sich – wie ein Nebelfeld – auch wieder auflösen wird… 🙂

Die Stimmung verändern: Zwei wirksame Hebel

Wer sich trübsinnige und aggressive Gedanken macht

oder irgendwie in Umlauf bringt,

wird garantiert und mit sofortiger Wirkung

mit trübsinnigen und aggressiven Gefühlen bestraft…

Wenn wir dies nicht wollen: Was können wir nun tun, um unsere Stimmung zu verändern? Es gibt zwei „Bedienungshebel“ für unsere Stimmungen, und wir können an beiden ansetzen. Erster Hebel: Die Gesamtheit unserer körperlichen Faktoren, zweiter Hebel: Der Fokus unserer momentanen Gedanken.

Unsere Stimmung wird durch die Gesamtheit unserer körperlichen Faktoren wesentlich beeinflusst: Schlaf, Ernährung, Bewegung, Entspannung, Umgang mit Alkohol, Tabak, Drogen und Medikamenten, Umgang mit Stress, mit körperlicher Erschöpfung usw. All dies sind Faktoren, die sich physiologisch auf unsere Stimmung auswirken. Was können Sie hier verändern um sich kurzfristig und längerfristig besser zu fühlen?

Der zweite Faktor, der unsere Stimmung maßgeblich mit beeinflusst, sind die Gedan­ken, mit denen wir uns beschäftigen. Jedoch: Wir sind unseren Gedanken nicht „ausgeliefert“ sondern können entscheiden, woran wir denken, indem wir den Fokus unserer Wahrnehmung verändern.

Ein kleines Beispiel: Denken Sie an ein aktuelles Problem und fragen Sie sich: Welche Bedeutung hat dieses Problem für mich in zwei Monaten, in einem Jahr, in fünf Jahren? Hat es Ihrer Einschätzung nach dann weniger oder gar keine Bedeutung – warum sollten Sie sich heute darüber aufregen und sich selbst das Leben schwermachen? Einfach mal ausprobieren… 🙂

Die Stimmung zu Arbeitsbeginn bestimmt die Leistungsfähigkeit

Ob wir gut oder schlecht gelaunt sind, wenn wir morgens zur Arbeit kommen, entscheidet viel mehr über unsere Leistungsfähigkeit, als das, was uns dann tagsüber aufs Gemüt schlägt. Das berichten zwei Wissenschaftlerinnen der Wharton Management School und der Ohio State University. Diese Grundstimmung (positiv wie negativ) kann dann durch Ereignisse am Arbeitsplatz dann verstärkt oder auch gemildert werden – zum Beispiel durch Freundlichkeit und Wertschätzung einerseits oder Kritikgespräche, Beschwerden von Kunden oder technische Probleme andererseits. Jedoch ist die Grundstimmung, die man mit in den Arbeitstag nimmt, der dominante Faktor, der Einfluss darauf nimmt, wie’s anschließend weitergeht. Die Forscherinnen konnten das belegen, was viele von uns aus eigener Erfahrung nur allzu gut kennen: nämlich, dass sich die Stimmung unmittelbar auf die Leistung auswirkt. Beide fanden in ihrer Studie u.a. heraus, dass:
 
• die Stimmung von Beschäftigten im Tagesverlauf entscheidend von der Stimmung geprägt wird, mit der sie morgens zur Arbeit kommen.
• immer dann, wenn Beschäftigte den Eindruck haben, dass ihre Gesprächspartner*innen und Kund*innen gut gestimmt sind, sich auch ihre eigene Stimmung aufhellt. Ist das Gegenüber in schlechter Stimmung lassen sich die negativ Gestimmten leicht weiter „herunterziehen“, während die Mitarbeiter*innen mit guter Grundstimmung dagegen „immuner“ sind.
• die Leistung der Beschäftigten in guter Stimmung deutlich besser ist als die der Beschäftigten mit schlechter Stimmung.
 
Diese Ergebnisse sind ja nun nicht gerade spektakulär, aber sie werden bei der Organisations- und Personalentwicklung einerseits und bei der Verbesserung der Servicequalität gegenüber Kund*innen andererseits nur wenig beachtet. Schade eigentlich.
Doch wenn wir uns diesen Zusammenhang zwischen Stimmung und Leistung bewusst machen, dann können wir gezielt überlegen, wie wir unsere persönlichen Gute-Laune-Macher nutzen können um gut gestimmt in den Tag einzusteigen.

Halb leer oder halb voll?

Lange Zeit ging man davon aus, dass Optimismus oder Pessimismus genetisch vorgegeben seien und man an dieser Grundhaltung nichts ändern könne. Heute schätzt man es so ein, dass unsere Anlagen etwa zu 50 Prozent bestimmen, wie leicht oder schwer es fällt, gut drauf zu sein und mehr optimistische als pessimistische Gedanken zu haben, 10 Prozent die Lebensumstände zur Stimmungslage beitragen und man zu 40 Prozent selbst darüber bestimmt, wie wohl man sich fühlt.
Deshalb gibt auch nicht ein Ereignis an sich das jeweilige Befinden vor, sondern die eigenen Gedanken, die mit dem Ereignis verbunden sind. – Also, ob wir uns dafür entscheiden, das Glas als „halb voll“ oder als „halb leer“ zu bewerten. Was heißt: dasselbe Ereignis kann für jeden von uns eine andere Bedeutung haben und ausschlaggebend ist, welche Bedeutung wir ihm selbst zubilligen.
Hier liegt zum einen die Chance, sich darin fit zu machen, die positiven Aspekte eines Ereignisses stärker wahrzunehmen als die negativen und dadurch in eine gute Stimmung zu kommen. Und zum anderen – wann immer es möglich ist – bewusst auszuwählen, welchen Einflüssen wir uns aussetzen. Häufiger das zu tun, was gut für uns ist und wobei wir uns wohlfühlen und seltener uns dem auszusetzen, was uns am Ende nur in eine trübe oder gereizte Stimmung versetzt. 🙂