Gut ausgeruht sein bringt die grauen Zellen auf Trab

Körperliche und mentale Energien beeinflussen sich wechselseitig stark. Wer auf gesunde Ernährung achtet, sich genügend Schlaf und Erholung gönnt und sich viel bewegt, sorgt ganz automatisch dafür, dass sein Denkhirn kraftvoll arbeiten kann. Auch regelmäßige Pausen tragen effektiv dazu bei, das Energielevel nach Anflügen von Erschöpfung wieder deutlich ansteigen zu lassen.
 
Anstatt also geistige Marathonläufe vollführen zu wollen und zu arbeiten bis man völlig ausgepowert ist, ist es viel sinnvoller, sich mentale „Sprints“ von rund 90 Minuten anzugewöhnen, in denen man voll konzentriert bei der Sache ist, gefolgt von einer fünf- bis fünfzehnminütigen Pause, in der man sich erholt und dann erfrischt wieder ans Werk geht. Ein solcher Rhythmus entspricht den natürlichen Wellenbewegungen mentaler Leistungsfähigkeit.
 
Auch die Kreativität profitiert von regelmäßigem Innehalten. Erholungspausen helfen, die Einfallskraft wieder herzustellen, sondern in entspanntem Zustand kommen einem auch oft die besten Ideen… 🙂

Schlaaafen…

Schlaf, Stimmung und Leistungsfähigkeit hängen unmittelbar zusammen. Wer gut schläft, schafft mehr weg und hat es leichter, ausgeglichen und gut drauf zu sein. Viele von uns sind „unterschlafen“, was eine ganze Reihe physischer und mentaler Folgen nach sich zieht. Schon ein relativ kleines Schlafdefizit reicht aus, um Leistungsfähigkeit und Produktivität deutlich herabzusetzen und unsere Stimmung einzutrüben. Dabei macht eine einzige durchwachte Nacht noch nichts aus, doch wenn der Schlaf auf Dauer zu kurz kommt, leiden Stimmung und Körpergefühl.

Besonders auf Ruhe angewiesen ist unser Gehirn, denn im Schlaf werden Nervenzellen repariert und neue Nervenverbindungen gebildet. Aber auch eine Reihe weiterer Körperprozesse werden beeinträchtigt: Die Fähigkeit des Körpers, Glukose zu verarbeiten, lässt nach; das Niveau des Stresshormon Kortisol im Blut steigt an; Herzfunktionen, Kraft, Reaktionsgeschwindigkeit, Gedächtnis, Konzentration, Orientierungsvermögen, Kreativität, mathematische und sprachliche Fähigkeiten leiden. Besonders riskant ist der drohende Sekundenschlaf, der mit einem deutlich erhöhten Unfallrisiko einhergeht.

Schlaf, gute Laune und Leistungsfähigkeit hängen also unmittelbar zusammen. Wer ausgeruht in den Tag startet, arbeitet konzentrierter und fühlt sich ausgeglichener. Gut ausgeschlafen schaffen wir nicht nur mehr, sondern fühlen uns auch wohler in unserer Haut und sind besser drauf. Uns den Schlaf zu gönnen, den wir brauchen – seien es jetzt sieben, acht oder neun Stunden – ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, wenn wir lange fit, gesund und gut drauf bleiben wollen. 🙂

Großzügigkeit und Glücksgefühle

Wie Großzügigkeit und Glücksgefühle zusammenhängen – sowohl auf der Ebene des Verhaltens als auch im Gehirn – haben Wissenschaftler der Universitäten Lübeck und Zürich in einem Experiment untersucht. Ihren 50 Probanden versprachen sie dafür zunächst, dass sie vier Wochen lang jeweils 25 Schweizer Franken pro Woche erhalten würden.
Eine Hälfte der Teilnehmer wurde gebeten, sich mit diesem Geld selbst etwas Gutes zu tun und diese Pläne konkret aufzuschreiben. Sie diente als Kontrollgruppe. Die andere Hälfte der Probanden sollte dieses Geld dagegen für jemand anderen ausgeben – sei es in Form einer Essenseinladung oder für ein Geschenk – und sich schriftlich dazu verpflichten. Erst nach diesem Vorlauf begann das eigentliche Experiment. In diesem bekamen die Probanden ein Budget von 30 Franken und sollten entscheiden, welchen Anteil eine ihnen bekannte Person davon bekommen sollte. Je nach Versuchsvariante schmälerte dies ihren eigenen Gewinn mehr oder weniger stark. Während dieser Entscheidung zeichneten die Forscher die Gehirnaktivität der Teilnehmer mittels funktioneller Magnetresonanz-Tomografie (fMRI) auf. Außerdem wurden sie vorher und nachher nach dem Grad ihres Glücklichseins gefragt.
 
Es zeigte sich: Die Probanden, die sich schon im Vorfeld zu Großzügigkeit verpflichtet hatten, teilten auch im Folgetest bereitwilliger. Noch interessanter aber: Sie fühlten sich auch glücklicher dabei. Die verstärkte Großzügigkeit ging mit einer Erhöhung des Glücksempfindens einher. Bei den Kontrollprobanden, die im Vorfeld das Geld für sich selbst ausgeben sollten, war dies deutlich weniger der Fall.
„Wir stellen fest, dass schon die öffentlich deklarierte Absicht, großzügig zu handeln, die spätere Großzügigkeit und das Glück effizient erhöht“, sagen die Forscher. „Angesicht der Tatsache, dass die Teilnehmer zu diesem Zeitpunkt das Geld weder bekommen noch es ausgegeben hatten, ist dies bemerkenswert.“
 
Die Höhe der Grosszügigkeit spielte keine Rolle für die Zunahme der Zufriedenheit. „Man braucht nicht gleich aufopfernd selbstlos zu werden, um sich glücklicher zu fühlen. Ein bisschen großzügiger zu werden reicht bereits aus“, sagt Philippe Tobler von der Universität Zürich.
 
Quelle: wissenschaft.de – Nadja Podbregar 11.07.2017

Stresserzeugende Überzeugungen + Lösungswege

Stresserzeugende Überzeugungen und im Schlepptau davon Sorgen, Zweifel und Ärger können uns das Leben ganz schön schwer machen.
Solche stresserzeugende Überzeugungen, die uns innerlich unter Druck setzen, können beispielsweise sein: „Ich muss besser sein als die anderen“, „Ich bin vom Pech verfolgt“, „Andere sind besser als ich (oder schöner… oder stärker… oder intelligenter…), „Ich darf keine Fehler machen.“ usw.
Mit solchen inneren Einstellungen ist es unmöglich, glücklich und gut gelaunt zu sein. Vielmehr werden damit Ängste und ständige Unzufriedenheit geschürt – der ideale Nährboden für Stunden, Tage und Wochen voller Sorgen, Zweifel und Ärger.
 
Was tun? Wichtig ist, Überzeugungen unter die Lupe nehmen – und zwar nicht mit der Frage, ob die Überzeugung richtig oder falsch ist, denn: „die Wahrheit“ werden wir auch durch intensivstes Grübeln nicht finden. Überzeugungen sind immer subjektiv. Vielversprechender ist es, uns zu fragen: Macht es mich glücklich so zu denken? Bereichert es mein Leben, das zu glauben?
 
Wenn wir dies verneinen, ist zu überlegen, was anstelle der stresserzeugenden Überzeugung eine Einstellung sein könnte, die förderlich für eine gute Stimmung ist. Aus „Ich muss besser sein als die anderen“ wird dann beispielsweise etwas wie: „Ich bin gut und ich weiß, was ich kann – und wenn mal jemand anders die Nase vorn hat, ist das auch okay.“ Aus: „Ich darf keine Fehler zu machen.“ wird etwas wie: „Fehler gehören dazu.“ Oder schlicht: „Ich darf auch Fehler machen.“ usw.
Jedes Mal, wenn die alte, destruktive Überzeugung sich in Ihnen zu Wort meldet, sagen Sie sich, „okay, das ist jetzt vorbei.“ Und dann formulieren Sie Ihre neue, unterstützende Überzeugung und bekräftigen dies mit einem Kopfnicken und einem Lächeln.
 
Selbst-versöhnliche Einstellungen tragen viel dazu bei, unsere Stimmung zu heben. Die Anspannung lässt nach; Gelassenheit und Zuversicht breiten sich aus. 🙂

Zuversicht mildert Stress

Auch für die Gesundheit ist eine positive Grundeinstellung, nun ja, positiv. Optimisten leben länger und sind gesünder, sagt die Psychologin Tali Sharot vom University College London – und führt zwei Gründe an. Zum einen geben Menschen, die an ein Morgen glauben, auch auf sich selbst acht. Sie werden sich eher vernünftig ernähren und einen gesunden Lebensstil pflegen als jemand, für den die Zukunft nur eine schwarze Wand ist. Zum anderen verringert Zuversicht seelische Belastungen wie Stress und Angst, sagt Sharot. Optimisten haben entsprechend ein stärkeres Immunsystem und weniger Infektionen.
 
Krebspatienten, die sich trotz ihrer Krankheit eine hoffnungsvolle Grundstimmung bewahrt haben, gelingt es besser, mit ihrem Leiden zurechtzukommen. Um den Krebs zu besiegen, braucht es natürlich mehr als Optimismus. Aber er ist eine wertvolle Hilfe.
 
Wer zuversichtlich in die Zukunft blickt, ist stärker gegen Herz- und Gefäßleiden gewappnet, wie Untersuchungen ergaben. So ist etwa die Gefahr, an verengten Herzkranzgefäßen zu leiden, ebenso verringert wie das Risiko, einen Schlaganfall zu bekommen. Wer wiederum erkrankt, hat als positiv Gestimmter bessere Chancen, das Leiden zu überstehen.
 
Hartmut Wewetzer in: Tagesspiegel, 14.04.2017

Kurzfristig und langfristig Glück erleben

Der ganz normale Alltag bietet eine Fülle glücklicher Momente. Darüber hinaus trägt zu einem glücklichen Leben bei, wenn man mit der Vergangenheit ausgesöhnt ist und optimistisch in die Zukunft blickt.
Nachfolgend sind diese Facetten des erlebten Glücks zusammengefasst. Es ergeben sich 12 Punkte zu denen dann jeweils nach dem „=“-Zeichen entsprechende persönliche Weiterentwicklungsimpulse genannt werden.
 
Glücksfaktoren und persönliche Weiterentwicklungsimpulse:
 
1. positive Gefühle = genießen lernen, Selbstfürsorglichkeit entwickeln
2. Bewegung = Fitness und Aktivität
3. Sexualität = guten Sex lernen
4. Vielfalt = Variation(en) einführen
5. Entscheidungsfreiheit = Selbstwirksamkeit steigern
6. Ziele, setzen und erreichen = Lebensplanung
7. Flow = Stärken kultivieren
8. Achtsamkeit = Meditation, MBSR üben
9. Freundschaft = Freundschaften knüpfen und pflegen
10. Liebe = Liebe zulassen, sich binden, etwas für die Beziehung tun
11. Vergangenheitsbewältigung = danken, verzeihen
12. Zukunftshoffnung = Optimismus üben, Zuschreibungen und Interpretationen verändern
 
Die Tabelle zeigt 12 Aspekte des Glücks und damit verbundene Interventionsmöglichkeiten. 

• Bei den ersten drei Punkten handelt es sich um sinnliche Erfahrungen.
• Bei Punkt 4 bis 7 geht es um planendes Einflussnehmen auf das eigene Leben.
• Der Punkt 8 verhilft zur Überwindung der Ichbezogenheit und zu spirituellen Öffnung.
• Bei Punkt 9 und 10 geht es um Beziehungen und die Zuwendung zu anderen Menschen.
• Die Punkte 11 und 12 betreffen eine günstige Steuerung der Emotionen in Hinblick auf Vergangenheit und Zukunft.
 
nach Dirk Revenstorf