Gute Laune macht kreativ

Unsere Stimmung beeinflusst sowohl die Kreativität als auch die Konzentrationsfähigkeit stärker, als gemeinhin angenommen wird. Ein kanadisches Forschungsteam um den Psychologen Adam Anderson (Universität Toronto) ließ eine Reihe von Versuchsteilnehmer*innen in guter Stimmung, neutraler Stimmung und trauriger Stimmung verschiedene Aufgaben lösen.
 
Während die Probanden in trauriger Stimmung ihre Konzentration in einer Art Tunnelblick auf einen klar umrissenen Bereich konzentrierten, „streute“ die Aufmerksamkeit gut gelaunten Teilnehmer*innen ¬– sodass sie sich bei Aufgaben, die große Aufmerksamkeit erfordern, leichter ablenken ließen. Jedoch waren die fröhlich Gestimmten bei kreativen Fragestellungen deutlich erfolgreicher, denn sie glänzten durch eine größere Vielfalt an Einfällen.
 
Den Grund dafür sehen die Forscher darin, dass gutgelaunte Menschen offen dafür sind, Informationen jenseits ihres derzeitigen Blickwinkels aufzunehmen. Das versetzt sie in die Lage, ungewöhnliche Verknüpfungen zwischen Ideen und Vorstellungen einzugehen. 🙂

Drei Faktoren für Glücksgefühle

Schon seit längerem haben Forscher drei Faktoren ausfindig gemacht, die Menschen besonders effektiv dabei helfen, Glück zu empfinden:
 
Hedonismus. Wem es gelingt, sich häufig jenen Dingen zu widmen, die einem persönlich Genuss bereiten, angenehm und lustvoll sind, der schafft die Voraussetzung für viele Glückserlebnisse. Dazu gehört es vor allem auch, die kleinen Glücksmomente im Alltag wahrzunehmen und bewusst zu genießen.
 
Sinnerfülltes Leben. Beglückende Gefühle empfindet, wer im Alltag tieferen Lebenssinn findet und die eigenen Stärken in den Dienst einer für ihn bedeutungsvollen Sache stellt. Das kann beispielsweise die Erfüllung einer wichtigen Funktion oder Mission oder auch ehrenamtliches Engagement sein.
 
Aktives Leben. Wenn die eigenen Fähigkeiten und Interessen im Vordergrund stehen können, erreichen Menschen ein stabiles Wohlgefühl – etwa, wenn sie in ihrem Job über einen hohen Grad an Selbstbestimmtheit verfügen und wenn sich die eigenen Interessen mit den Inhalten der Arbeit decken. 🙂

Gut gelaunt, schlecht gelaunt…

Stimmungen spielen als eine Art Hintergrundmelodie zu all unserem Denken und Tun eine große Rolle. Sie wirken wie ein Filter für das, was wir alltäglich erleben, was wir uns vorstellen und was wir empfinden.

Auch die Entscheidungen, die wir treffen, sind geprägt davon, ob unser Gemüt gelassen und ausgeglichen ist oder ein verstörtes und gestresstes Vorzeichen hat. So oder so hat dies häufig weitreichende Folgen.

Die Bedeutung von Stimmungen für das seelische Wohlbefinden, für Richtung und Inhalte unseres Denkens und für die körperliche Gesundheit ist von Psychologie und Medizin lange unterschätzt worden. Das empfand ich als Herausforderung und so beschäftige ich mich seit ca. zehn Jahren intensiv mit den Zusammenhängen zwischen Stimmungen, Gedanken und körperlichem Geschehen. Ich habe über darüber mehrere Bücher geschrieben, Vorträge gehalten, sowie Workshops und Seminare durchgeführt. Nunmehr unterstütze ich als Gute-Laune-Coach auch persönlich bzw. via Skype dabei, die eigenen Stimmungen besser zu verstehen und ganz konkret positiven Einfluss darauf zu nehmen.
Termin vereinbaren und/oder nähere Informationen: gerne. Telefonisch unter 030 75449307 oder per E-Mail: buero@sigrid-engelbrecht.de. Weniger Stress, mehr Lebensfreude, ich freu mich auf Sie.

Glücksspuren im Gehirn

In der Biochemie des Gehirns lassen sich drei Arten von Glück unterscheiden und jede davon wird von entsprechenden Botenstoffen befördert:

  • Das Glück des Wollens: Wenn wir nach etwas streben, stellt Dopamin die Belohnung in Aussicht, Endorphine lösen dabei Euphorie aus.
  • Das Glück des Vermeidens: Wenn wir Bedrohungen entgehen oder sie überstehen, führt das Sinken der Kortisol- und Adrenalinspiegel zu Entspannung.
  • Das Glück des Seins: Wenn wir haben, was wir brauchen, sorgt körpereigenes Morphium für Zufriedenheit, Serotonin für Beruhigung und Oxytocin für ein Gefühl der Verbundenheit mit anderen.

Das Gehirn verändert sich zeitlebens – bis ins hohe Alter. Diese Fähigkeit zum ständigen Umbau nennt man Neuroplastizität. Ebenso wie alle anderen Erfahrungen hinterlassen auch Gefühle wie Glück, Traurigkeit oder Angst ihre Spuren im Gehirn: Die Kontaktstellen zwischen den einzelnen Nervenzellen, die Synapsen, verstärken sich, neue Nervenbahnen werden gebildet und bereits bestehende stärker mit Myelin umhüllt, woraufhin sie Signale schneller weiterleiten können – genau das ist es, was wir als Lernen bezeichnen.

Was heißt: wenn wir gezielt für Erlebnisse sorgen, die das Glück des Wollens, das Glück des Vermeidens und das Glück des Seins hervorrufen, werden die entspre­chenden Botenstoffe ausgeschüttet und die zugehörigen Synapsen verstärkt, so dass „neuronale Autobahnen“ entstehen. Was wiederum bedeutet, dass dank der „trainierten“ Synapsen häufiger auch schon auf kleine Auslösereize hin Glücksgefühle entstehen. 🙂