Gute Laune – eine Frage des Alters?

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Oma Luisa

Ältere Menschen erleben seltener Stimmungstiefs und zehren von einem Gefühlshoch deutlich länger als jüngere. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Universität Stanford.

In der Untersuchung der Psychologieprofessorin Laura Carstensen und ihrer Forscherkolleg*innen sollten 184 Menschen anhand 19 vorgegebener Emotionen ihre Gefühlslage beschreiben, sobald ein kleines Gerät in ihrer Tasche piepste. Der Versuch wurde für die Dauer von 7 aufeinander folgenden Tagen durchgeführt.
Ergebnis: Ältere Menschen erlebten deutlich seltener als jüngere Niedergeschlagenheit, Übellaunigkeit oder Ärger. Sie gerieten auch deutlich langsamer in ein Stimmungstief, konnten jedoch von einem Gefühlshoch länger profitieren.

Die Altersgruppe der 18-Jährigen hatte die negativsten Gefühle. Allerdings ging die allgemeine Emotionskurve auch bei über 60-Jährigen wieder leicht zurück ohne dabei aber in ähnliche Tiefen abzufallen wie die der jungen Erwachsenen. Alte Menschen sind glücklicher als Menschen mittleren Alters, und wesentlich glücklicher als jüngere. Laut Laura Carstensen  kommen auch andere Studien zu demselben Ergebnis.

Ältere Menschen seien sich ihrer Vergänglichkeit bewusster, meint sie. „Angesichts der begrenzten Zeit, die älteren Menschen noch bleibt, werden Gefühle tiefer und komplexer. “ Wohl vor allem deshalb richten sie ihre kognitiven Ressourcen, wie Aufmerksamkeit und Gedächtnis, mehr auf positive Informationen als auf negative… 🙂

Gute-Laune-Chemie

serotonin„Alles was wir fühlen und denken, jede bewusste oder unbewusste Veränderung unseres Verhaltens ist das Ergebnis komplexer Vorgänge zwischen Nervenzellen unseres Gehirn“, legt Prof. Florian Holsboer dar, der seit langen Jahren in der Depressionsforschung ist. Seinen Studien zufolge hat seelisches Wohlbefinden ebenso seinen Ursprung in den Nervenzellverbänden des Gehirns wie dies auch bei psychischen Störungen, beispielsweise einer Depression, der Fall ist.

Beim Empfinden spielen Gemütsmoleküle eine große Rolle, Signalstoffe, die zu den Neurotransmittern gehören, jenen Substanzen, die chemische Brücken zwischen den Nervenzellen schlagen. Hirnforscher gehen davon aus, dass etwa tausend solcher chemischen Botenstoffe das breite Spektrum menschlicher Gefühlsregungen steuern. Zusammen mit Endorphinen und Oxytocin – die ebenfalls chemische Stimulanzien des Gehirns sind – wird ihnen eine maßgebliche Rolle für das Empfinden von Freude und Glück zugeschrieben.

Was bedeutet: Je besser wir dafür sorgen, dass wir was zum Lachen und zum Freuen haben, desto intensiver wird auch die Gute-Laune-Chemie im Gehirn stimuliert.

Gedanken zum Weltglückstag

international day of happinessHeute ist Weltglückstag. Hm. Hat ja auch irgendwie irgendwas mit guter Laune zu tun. 🙂 Wer glücklich ist, hat gute Laune, wer unglücklich ist, dem geht sie gründlich ab.

Wie wir seit heute wissen, leben laut „World Happiness Report 2017“ die weltweit glücklichsten Menschen im Norden Europas. Zwar blieben die Staaten in den Top Ten die gleichen wie im Jahr zuvor, doch gab es Wechsel in der Platzierung: An der Spitze liegt nun erstmals Norwegen, das von Platz vier auf die Spitzenposition vorrückte und damit Dänemark, das 2016 glücklichste Land, überholte. Es folgen Island, die Schweiz, Finnland und die Niederlande. Die nächsten zwei Plätze nehmen Kanada und Neuseeland ein – Deutschland übrigens ist erst auf Platz 16 zu finden.

Sich glücklich fühlen hat eben nicht nur mit persönlichen Einstellungen zu tun – die zweifellos wichtig sind – sondern auch mit den Rahmenbedingungen des Zusammenlebens in der Gemeinschaft. Und hier bringen eben die Nordeuropäer der Idee sozialer Gerechtigkeit und sozialer Verantwortung des Staates für seine Bürgerinnen und Bürger erheblich mehr Wertschätzung entgegen als es vielerorts anderswo in Europa der Fall ist.

Sollte uns das nicht zu denken geben?

Rein in den Frühling mit Luft und Laune!

gelbe_krokusse3 Strategien, von denen die Gesundheit profitiert

Jetzt, wo es Frühling wird, erwachen auch die Lebensgeister und die ersten bunten Blüten ringsum zaubern ein Lächeln ins Gesicht. Das tut uns gut – der Seele und auch der Gesundheit. Von mieser Laune werden nicht nur Herz und Immunsystem beeinträchtigt, auch die Lungenfunktion wird reduziert, sodass uns uns bei übler Laune im wahrsten Sinne des Wortes die Luft zum Atmen fehlt. Gerade jetzt im Frühling fällt es leicht, mit ein paar einfachen Strategien unseren Lebensdampfer wieder in sonnige Gefilde zu steuern.

Strategie eins: durchatmen
Für eine gute seelische Verfassung ist es wichtig, dass der Körper mit Sauerstoff versorgt wird. Bei innerer Anspannung stockt uns aber der Atem und wird flach. Deshalb sollten wir beim Anflug einer inneren Schlechtwetterfront öfter einmal bewusst durchatmen. Konzentrieren Sie sich auf den Atem, lassen Sie ihn langsam fließend, nehmen Sie einige Minuten lang jeden Atemzug wahr.

Strategie zwei: sich bewegen
Bewegung – an der frischen Luft, zu Hause oder im Studio – ist ein wahrer Stress-Killer und führt zu mehr Lebensfreude. Und: es muss nicht gleich Sport sein, um die körpereigenen„Gute-Laune“-Hormone zu aktivieren, manchmal genügt es schon, zwischendurch aufzustehen, sich zu recken, zu schütteln und die Muskeln zu lockern oder zur Lieblingsmusik zu tanzen…

Strategie drei: singen
… und dabei auch kräftig mitzusingen. Es ist völlig egal was Sie singen, auch wenn Ihnen der Text nicht geläufig ist und es daher nur zu einem „Lalala“ reicht. Nicht nur Chorsänger fühlen sich nach einer Probe entspannter und gelöster. Es ist erwiesen, dass Singen den Spiegel des Stresshormons Kortisol deutlich senkt und zugleich das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert, das das Wohlfühlhormon Oxytocyn ausschüttet.

5 Ideen zum Gute-Laune-kriegen im Büro und ums Büro herum

coachingraum1. Grünes am Arbeitsplatz
Erstehen Sie eine neue Pflanze und geben Sie ihr einen Standort, wo Sie sie von Ihrem Schreibtisch aus sehen können. Beobachten Sie, wie Ihre neue Bewohnerin sich entwickelt.
2. Licht genießen
Verbringen Sie so viel Zeit wie möglich draußen – notfalls auch mit der entsprechend wetterfesten Kleidung. Fahren Sie mit dem Rad ins Büro, oder gehen Sie zu Fuß – und auch wenn Sie nur eine S-Bahn-Station früher aussteigen ist das schon ein Plus. Wenn möglich, gehen Sie in der Mittagspause spazieren und erfreuen Sie sich an schönen Dingen, die Ihnen unterwegs begegnen.
3. Kleine Ärgernisse beseitigen
Verändern Sie etwas, was Sie schon lange stört. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die zum alltäglichen Nerv-Anlass geworden sind: eine rupfende Computermaus, eine Pinnwand mit Notizen von Vorvorvorgestern, ein beachtlich hoher Stapel von “Was ich schon immer mal machen wollte … Packen Sie’s an und bringen Sie es in Ordnung.
4. Mut zur Farbe
Verändern Sie etwas an Ihrem Outfit oder an Ihrer Umgebung: Kombinieren Sie neu, erstehen Sie einen Schal in einer ungewöhnlichen Farbe oder ein anderes besonderes Accessoire, hängen Sie ein farbenfrohes Bild an eine Stelle, wo Sie es oft betrachten können, stellen Sie einen bunten Blumenstrauß auf Ihren Schreibtisch.
5. Alte Freuden auffrischen
Lassen Sie etwas wiederaufleben, das Sie früher gerne taten, was jedoch unmerklich aus Ihrem Leben verschwunden ist: Hören Sie Musik aus einer bedeutsamen Phase Ihres Lebens, lesen Sie ein Buch noch einmal, das Sie als bedeutsam für Ihren Werdegang betrachten, gucken Sie ein Video, was Gefühle des Entdeckergeistes in Ihnen wachruft… was immer es ist, was Sie in früheren Zeiten begeistert hat, tauchen Sie darin ein und genießen Sie es.

Was beim Stimmungscocktail so alles mitmischt…

… setzt sich aus einer Vielfalt innerer und äußerer Reize zusammen.

Sie nehmen Einfluss darauf, wie wir momentan drauf sind – aber auch auf unsere Mentalität ganz allgemein. Diese Faktoren sind dabei hauptsächlich beteiligt:
▪    die Umgebung: das Wetter, die Jahreszeit, Hitze- oder Kältereize, der Geräuschpegel, visuelle Reize, Gerüche
▪    die Selbstwahrnehmung und -bewertung: Aussehen, Verhalten, Fähigkeiten, Stärken und Schwächen, Vitalität, Selbstvertrauen, Werte, Erwartungen an uns selbst
▪    Sorgen: Ängste, persönliche Probleme, Konflikte
▪    Gesundheit und Lebensstil: Schlaf, Ernährung, Alkoholkonsum, Medikamenteneinnahme, Umgang mit Stress und 
körperlicher Erschöpfung
▪    die generelle Lebenszufriedenheit: die individuelle Ein
schätzung unseres bisherigen Lebens und die Einschätzung 
dessen, was uns die Zukunft bringen könnte
▪    Erwartungen: an andere und an deren Verhalten – vor 
allem in Bezug auf uns selbst
▪    Ehe oder Partnerschaft: Anforderungen, gemeinsame 
Unternehmungen, Offenheit, Verständnis und Hilfsbereitschaft des Partners, Zärtlichkeit und Geborgenheit – oder auch, ob wir selbstbestimmt oder unfreiwillig als Single leben
▪    sexuelles Erleben: als wie befriedigend wir Sex erleben, welchen Stellenwert er in Ihrem Leben hat
▪    die Beziehung zur Familie: zu den Eltern, Geschwistern, Kindern und anderen Verwandten
▪    die Qualität der sozialen Beziehungen: zu Freunden, Bekannten, Kollegen, Nachbarn
▪    das Arbeitsleben: berufliche Position, Betriebsklima, Arbeitsumgebung, Art der Aufgaben, Erfolge, Aufstiegsmöglichkeiten
▪    die finanzielle Lage: Einkommen, Besitz, Wohnsituation
▪    die Freizeitgestaltung: mit Freunden und Bekannten verbrachte Zeit, Hobbys, Erholung, Abenteuer

Sich dies zu vergegenwärtigen hilft dabei, sich von runterziehenden und Ärger auslösenden Reizen zu befreien und die Zeit eher so zu verbringen, dass Gute-Laune-Reize eine Chance haben… 🙂