Glücksspuren im Gehirn

Unser Gehirn verändert sich immer wieder von neuem – so lange wir leben, auch noch im hohen Alter.

In der Biochemie des Gehirns lassen sich drei Formen von Glück unterscheiden, jede davon wird von bestimmten Botenstoffen befördert:

  • Das Glück des Wollens: Wenn wir nach etwas streben, stellt Dopamin die Belohnung in Aussicht, Endorphine lösen dabei Euphorie aus.
  • Das Glück des Vermeidens: Wenn wir Bedrohungen entgehen oder sie überstehen, führt das Sinken der Kortisol- und Adrenalinspiegel zu Entspannung.
  • Das Glück des Seins: Wenn wir haben, was wir brauchen, sorgt körpereigenes Morphium für Zufriedenheit, Serotonin für Beruhigung und Oxytocin für ein Gefühl der Verbundenheit mit anderen.

Ebenso wie alle anderen Erfahrungen hinterlassen Gefühle wie Glück, Traurigkeit oder Angst ihre Spuren im Gehirn: Die Kontaktstellen zwischen den einzelnen Nervenzellen, die Synapsen, verstärken sich, ganz neue Nervenbahnen werden gebildet und bereits bestehende stärker mit Myelin umhüllt, woraufhin sie Signale schneller weiterleiten können – genau das ist es, was wir als Lernen bezeichnen. 🙂

Sich schlechte Laune auch mal zugestehen

Natürlich kann niemand immer gut drauf sein. Das wäre ein völlig verfehlter Anspruch. Wenn wir uns anders fühlen, z.B. traurig, unzufrieden, ängstlich oder verärgert, sind wir oft versucht, dagegen anzukämpfen.

Dann schimpfen wir vielleicht mit uns selbst und versuchen, das unwillkommene Gefühl zu ignorieren, wegzudrängen, es uns zu verbieten, strengen uns an, das Gesicht zu wahren – es soll schließlich soll keiner merken, dass wir grade nicht in Bestform sind.

Da das mit der Verdrängung meist nicht klappt, sondern die Verstimmung eher zu „füttern“ scheint, nehmen wir uns dann genau das übel und sind sauer auf uns selbst, wenn wir es nicht hinkriegen, das ungeliebte Gefühl loszuwerden.

Warum nicht aufhören dagegen zu anzukämpfen? Wenn wir uns unwillkommene Gefühle zugestehen und ihnen „erlauben“, da zu sein, dann geht es uns oft schon im Moment des Zulassens besser. Traurigkeit, Schmerz, Ärger oder Angst verschwinden dann zwar nicht auf Knopfdruck, aber wir sind gelassener, weil wir uns nicht mehr selbst unter Druck setzen, sondern uns so sein lassen, wie wir gerade sind nach dem Motto: es ist Ordnung, dass auch mal nicht alles in Ordnung ist.

Paradox: Indem wir akzeptieren was ist, verflüchtigt sich die traurige, ängstliche oder ärgerliche Stimmung viel schneller als wenn wir sie niederkämpfen oder aussperren wollen…

Körperausdruck = ein Zugang zum Fühlen und Denken

Der Körperausdruck ist der sichtbar gemachte Ausdruck unserer Gefühle und Gedanken. Was wir empfinden und was in uns vorgeht, all das, was uns bewegt, spiegelt sich in unserer Körpersprache: In der Art, wie wir uns bewegen, wie wir atmen, welchen Gesichtsausdruck wir haben, wie wir sitzen, stehen und gehen.

Dies funktioniert auch umgekehrt: Mit der Veränderung unseres Körperausdrucks können wir gleichzeitig unser emotionales Befinden und unser Denken verändern.

Es ist unmöglich, sich deprimiert zu fühlen, wenn wir aufrecht stehen, ein Lächeln auf den Lippen haben, tief und fest atmen und den Blick in die Weite richten. Diese Tatsache können wir uns im Alltag zunutze machen. So können wir durch eine Änderung unserer Körperhaltung und unseres Gesichtsausdrucks in unserem Denken und Fühlen lockerer und zuversichtlicher werden.

Wenn Sie sich mutlos fühlen oder niederge­schlagen sind, dann können Sie sich damit in eine optimistischere emotionale Verfassung bringen. Probieren Sie dies einfach mal aus. 🙂

Die Ärger-Sprechstunde

Ärger stresst den Körper: Der Herzschlag wird schneller, die Atmung flacher und der Blutdruck höher. Vor allem, wenn der Ärger zu keinem Ergebnis führt, ist es gut, ihn einzugrenzen, damit er uns nicht in den schädlichen Zustand von Dauerstress katapultiert.

Mit dieser einfachen Übung „entärgern“ Sie sich:

  • Wann immer ärgerliche Gedanken in Ihnen aufsteigen, sagen Sie innerlich „Stopp“ und schreiben Sie auf, was genau Sie ärgert.
  • Stecken Sie den Zettel dann in eine Schachtel und verbannen Sie damit die Gedanken daran auf einen späteren Zeitpunkt.
  • Wenn die Ärgergedanken sich wieder melden wollen, sagen Sie innerlich etwas wie: „Ärger, alles gut, du gehst nicht verloren, du bist in der Box und wenn deine Zeit gekommen ist, dann werd’ ich mich dir widmen.“
  • Zu einer festgelegten Tageszeit, beispielsweise von 18 Uhr bis 18.30 Uhr findet dann die Ärger-Sprechstunde statt.
  • Sie holen dann die Zettel aus der Schachtel und befassen sich nacheinander ganz intensiv mit den einzelnen Ärger-Gedanken (sofern sie überhaupt noch aktuell sind). Zu diesem Zeitpunkt können Sie sich dann auch nach Herzenslust ärgern, können schimpfen, schreien, mit dem Fuß ausstampfen, was immer Ihnen einfällt – jedoch NICHT länger als die festgelegte halbe Stunde.
  • Danach ist Schluss mit der „Ärger-Sprechstunde“ und was dann vielleicht noch über ist wandert zurück in die Box: bis zum nächsten Tag und einer neuen „Ärger-Sprechstunde“. 🙂

Wie wär’s mit einem Kurswechsel?

Wahrscheinlich kennen einige von Ihnen das Buch der Krankenschwester Bronnie Ware, die in einem Hospiz in Australien viele Menschen am Ende ihrer Lebenszeit begleitet hat.

Sie berichtet darin von den fünf Dingen, die Menschen im Angesicht des Todes am meisten bereuen:

  1. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben.“
  2. „Ich wünschte, ich hätte weniger gearbeitet und mich mehr um meine Familie gekümmert.“
  3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken.“
  4. „Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden besser gehalten.“
  5. „Ich wünschte, ich hätte mir selbst erlaubt, öfter glücklich zu sein und das Leben zu genießen.“

Das Tragische dabei war jeweils, dass keine Zeit mehr blieb, das als wichtig Erkannte noch nachzuholen zu können.

Niemand von uns weiß, wann seine letzte Stunde gekommen ist – aber wir können sofort damit anfangen, uns zu fragen, was unsere speziellen Herzenswünsche sind. Vielleicht sind dies die fünf „Reue“-Punkte oben, vielleicht haben wir auch andere Anliegen an uns selbst. Wir können umsteuern hin zu mehr Lebensglück. Und das nicht „irgendwann“, sondern jetzt, Schritt für Schritt, mit kleinen Umschichtungen der Lebenszeit, weg vom scheinbaren Sachzwang hin zu Genuss, Erfüllung und Sinn. 🙂

Unser Stimmungsbaukasten

Ob wir sonnig oder mies gestimmt sind, wird von drei Komponenten. Sie stehen in unmittelbarer Wechselbeziehung zueinander und erzeugen in ihrem Zusammenwirken die Stimmung, in der wir gerade sind.
Die Stimmung wiederum bildet die Grundlage für unsere innere Haltung und dafür, ob unser Energielevel hoch oder niedrig ist. Dies entscheidet auch darüber, ob wir uns stark oder schwach fühlen.
 
• Der erste stimmungsbeeinflussende Baustein ist unser physiologischer Zustand, der sich aus Atemmuster, Körperhaltung, Muskelspannung und Mimik zusammen setzt.
• Der zweite Baustein ist die Art und Weise, wie wir Situationen, Umstände oder Ereignisse bewerten, also unsere Gedanken, Vorstellungen und Bilder, die wir ständig in unserem Gehirn erzeugen.
 
• Der dritte Baustein sind die Vitalitäts- und Energiefaktoren Schlaf, Ernährung und Erholung.
 
Wir können also eine Menge dafür tun, Einfluss auf die Stimmung zu nehmen. Wenn wir es wollen. 🙂

Glücksmomente für jeden Tag

Denken Sie nach:
• Was könnten Sie ab sofort tun, um jeden Tag mit einer zuversichtlichen Einstellung zu beginnen?
• Wie können Sie sich Ihren Arbeitstag mit kleinen Highlights verschönern?
• Auf welche Art können Sie den Tag zufrieden und entspannt beenden?
 
Unternehmen Sie jeden Tag etwas, das:
• Ihnen sehr viel Freude bereitet,
• Sie wahrnehmbar Ihren persönlichen Zielen näher bringt,
• nichts mit Ihrer Arbeit zu tun hat und einen Ausgleich zu Ihrem Arbeitsalltag schafft, wie beispielsweise sportliche Aktivitäten oder ein schönes Hobby
 
Legen Sie sich außerdem eine Erste-Hilfe-Liste mit kleinen Freuden und „Trostpflastern“ an, auf die Sie zurückgreifen können, wenn Hektik, Ärger, Stress, Erschöpfung oder Misserfolge Ihnen den Tag zu verderben drohen – beispielsweise ein Spaziergang, ein Blumenstrauß, mit der besten Freundin Kaffee trinken, Gute-Laune-Musik hören, Eis essen … 🙂

Was die Laune des Chefs mit Umsatz und Gewinn zu tun hat

Hat der Chef schlechte Laune, dann hat das Konsequenzen. Neben Gehalt und Wertschätzung gehören Zugehörigkeit und Sicherheit zu den wichtigsten Antriebsfaktoren dafür, gute Arbeit zu leisten. Die schlechte Laune des Chefs bringt deshalb ein Team emotional in die Klemme – den einen mehr, den anderen weniger. Die miese Stimmung lenkt den Fokus weg von den eigentlichen Aufgaben hin zu Gedanken wie: „Was ist passiert? Hat es etwas mit mir zu tun? Habe ich etwas falsch gemacht? Was macht er jetzt als nächstes?“ Jeder, der schon mal einen schwierigen Chef hatte, kann davon ein Lied singen wie belastend das sein kann.

Je launischer ein Chef ist, je unberechenbarer sein Verhalten, umso mehr beschäftigen sich die Mitarbeiter*innen mit ihm und desto weniger mit ihren eigentlichen Aufgaben. Ein Teil ihrer Energie bleibt also darin gebunden, den Chef zu beobachten und alle möglichen Vermutungen anzustellen. Für die Arbeit ist das so, als würde das Team mit angezogener Handbremse fahren. Ein Chef, der gut drauf ist, wirkt hingegen wohltuend auf die Teamstimmung ein, die Mitarbeiter*innen sind entspannt und können sich gut auf ihre Aufgaben konzentrieren. Sie fühlen sich sicher und gut aufgehoben.

Ein Chef ist – so oder so – der emotionale „Leithirsch“ im Team. An seiner Stimmung orientiert sich die Stimmung des Teams und damit auch die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit. Schade, dass so viele Chefs in punkto Stimmungsmanagement wahre Analphabeten sind und nicht wissen, wie sehr sie sich damit selbst und dem Betrieb schaden… 🙁

Der Bleistift-Trick

„Das Spiel der Gesichtsmuskulatur steuert die Gefühlslage“, so lautet das Ergebnis einer Untersuchung des Mannheimer Psychologen Fritz Strack.
 
Strack zeigte seinen Versuchspersonen Cartoons, wobei die eine Gruppe der Versuchspersonen dabei einen Bleistift zwischen den Lippen hatte, die andere einen Bleistift mit den Zähnen hielt. Nur diejenigen, die den Bleistift mit den Zähnen hielten, fanden die Cartoons zum Lachen.
 
Das Experiment zeigt: Menschen, die eine freundliche Miene aufsetzen, erzeugen bei sich selbst eine gute Laune und euphorische Gefühle.
 
Die medizinische Erklärung hierfür ist: Wird der Bleistift zwischen den Lippen gehalten, sind die Lachmuskeln blockiert, der Blutfluss zum Gehirn ist gehemmt und die heitere Stimmung auslösenden Botenstoffe werden nicht transportiert. Bei froher Miene fließt das Blut ungehindert. 🙂